Austausch mit Thiberville / Frankreich

Seit dem letzten Jahr gibt es für die Mittelstufe wieder einen Austausch mit einer französischen Schule. Maßgeblichen Anteil daran hat Madame Geneix Legret, einigen sicherlich bekannt aufgrund ihrer zweijährigen Tätigkeit als Fremdsprachenassistentin an der Gaußschule, mittlerweile aber verbeamtete Lehrkraft in der Normandie. Bereits kurz nachdem sie an ihrer Schule angefangen hatte, warb sie für einen Austausch mit der Gaußschule.

Wie im Vorjahr suchten und fanden wir schnell Schülerinnen und Schüler, die daran interessiert waren, einige Tage in einer fremden Familie zu leben und im Gegenzug einen Gast in der eigenen Familie aufzunehmen. Die Planungen erstreckten sich über mehrere Monate, in denen sich der Teilnehmerkreis festigte, das Programm mit den französischen Kollegen besprochen und die Zuordnung der Gastfamilien vorgenommen wurde. Schließlich traten die beteiligen Schüler per Email in Kontakt.

Aufgrund unterschiedlicher Ferienzeiten rutschte unser Besuch im Kalenderjahr recht weit nach hinten. Erneut hatten wir mit 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine große Gruppe, wobei wir nicht einmal alle Interessierten berücksichtigen konnten, weil es nicht genügend Gastfamilien gab.

Am 7. November 2011 fuhren wir pünktlich um sieben Uhr ab und trafen rund dreizehneinhalb Stunden später in Thiberville ein, wo wir vom Schulleiter des Collège Janine Vancayzeele, den betreuenden Lehrkräften sowie von den Gastfamilien in Empfang genommen wurden. Nach der langen Busreise und angesichts der fortgeschrittenen Uhrzeit war niemandem an längeren Unterhaltungen gelegen, so dass wir bald alle verabschiedet hatten.

An den folgenden Tagen trafen wir uns morgens in der Schule, um entweder am Unterricht teilzunehmen oder um touristische Ziele anzusteuern. Da ein paar der französischen Schüler inzwischen das Lycée in Bernay besuchen, begleitete eine Handvoll unserer Schüler ihre Correspondants dorthin. Mathe, Englisch, Bio à la française, außerdem ein Badmintonturnier, bei dem sich die Gaußschüler – wen wundert es – ganz ordentlich schlugen. So lernten unsere Schüler zum einen die Besonderheiten des französischen Schulsystems am Beispiel unterschiedlicher Schulen einschließlich der Kantinen kennen, zum anderen bekamen sie einen Eindruck vom Leben im ländlichen Frankreich. Denn das Wochenende war für Unternehmungen mit den Gastfamilien reserviert und wurde auf verschiedene Weisen verbracht. Unsere Ausflüge schließlich boten Gelegenheit, einige Facetten der Normandie zu entdecken: das Fachwerk in Bernay, die malerische Hafenanlage und die große Holzkirche von Honfleur, die beeindruckende Abtei des Mont Saint-Michel, üppige Wiesen und Weiden, auf denen Rinder gehalten werden, die Erinnerungskultur auf den Soldatenfriedhöfen unweit der Strände, an denen mit die verlustreichsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs geschlagen wurden. Dazu Paris, eine Stadt, die auch zukünftig kaum an Anziehungskraft verlieren wird. Und jedes Mal meinte es das Wetter sehr gut mit uns. Selbstverständlich gab es hier und da kleinere Störungen; dennoch waren unsere Schüler zufrieden und froh, am Austausch teilgenommen zu haben.